Dazwischen

Es gibt eine Grenze. Und entweder gehört man auf die eine Seite oder man gehört auf die andere. Auf der einen Seite Lachen, Party, spontane Umarmungen und Besuche. Alles nicht so meins. Nicht, dass ich nie lache oder keinen Besuch mag oder keine Umarmungen, aber nicht andauernd und nicht ständig. Ich stehe dabei und höre zu, wenn man mich lässt. Manchmal hake ich ein, finde ein Thema zum Mitreden. Manchmal ergeben sich dann schöne intensive Gespräche. Aber oft bleibt es auch flach, ich versuche nicht aufzufallen, weil ich die Witze nicht verstanden habe, nicht mitlachen kann, nicht weiß worum es geht, mich nicht traue, zu fragen. Ich gehe mir dann eine Arbeit suchen, mache mich nützlich, damit ich nicht so unnütz in der Gegend rumstehe.

Und die andere Seite? Da sind Menschen, von denen ich glaube, dass sie die ähnlich denken und fühlen wie ich. Sie haben meist die Diagnose Asperger-Syndrom. Diese Diagnose ist die Grenze. Wer sich diagnostizieren lässt, überschreitet sie. Wer das nicht tut, gehört nicht dazu, ist im Niemandsland. Dann heißt es: Du verstehst das nicht, denn du bist ja kein Autist!

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Ich bin dazwischen: Nicht Autist – Nicht NT und doch bin ich